Stolperstein

Hans Debus
Hans Debus

Über 70 Stolpersteine erinnern mittlerweile an den Terror der Nazis und ihre Opfer.  Sie alle mahnen uns zur höchsten Wachsamkeit und zu Aktivitäten gegen Rassisten und Faschisten aller Art,  ob Pro NRW, NPD, Kameradschaften; sie mahnen auch zur Positionierung für Menschen,  die  ausgegrenzt werden wie Wohnungslose, Hartz-IV-Empfänger, für Menschen „ohne Papiere“, für Geduldete, die von Abschiebung bedroht sind. Positionierung für Menschen mit anderer Hautfarbe, anderen Lebensgewohnheiten, anderer Religion, aus anderen Kulturkreisen, Menschen, die sich nicht in die Abläufe des kapitalistischen Alltags einfügen wollen oder können.

Die DKP Solingen hat einen diese vielen Stolpersteine gestiftet. Er ist unserem Genossen Hans Debus gewidmet und liegt in Krausen in Solingen-Wald. Die „Klingenstadt“ erinnerte in ihrer Ausgabe Januar/Februar 2009 an ihn.

Wer kennt Hans Debus?

Alte Walder haben Erinnerungen an die Familie Debus. Ihr Sohn Hans, geboren 1919, hatte Wünsche und Träume wie alle jungen Menschen. Und er engagierte sich in der Arbeiterjugend, deren Aktivitäten den Nazis ein Dorn im Auge war. Auch Hans hatten sie im Visier. Als die Gestapo ihn suchte, flüchtete er nach Holland und wirkte in einer Widerstandsgruppe mit. Diese brachte Schriften gegen das Wüten der Nazis und den drohenden Krieg über die Grenze nach Deutschland. Nach dem Überfall Hitlerdeutschlands auf Holland und Belgien wurde er gefasst, in Berlin zum Tode verurteilt,  vorerst aber  ins KZ verschleppt.  Nächste Station: Als KZ-Häftling schuften bei „Rheinmetall“ in Düsseldorf für die Rüstung. Von dort gelang ihm die Flucht. Seine Familie in Solingen konnte ihn nicht aufnehmen. Doch konnte er bei einer anderen Familie unterschlüpfen. Mittlerweile TBC-krank, brauchte der dringend ärztliche Hilfe.  Die gab ihm ein bekannter Merscheider Arzt, der dafür Kopf und Kragen riskierte, ohne Bezahlung. Aber er konnte ihm nicht helfen; er starb im Alter von 25 Jahren. Die Nazis hatten ihm die Gesundheit und dann das Leben geraubt. Auch für ihn gibt es einen „Stolperstein“, den die DKP Solingen gestiftet hat. Dieser liegt in der Krausener Straße in Solingen-Wald.

Den Widerständlern, wie Hans einer war, und den mutigen Menschen, die ihnen geholfen haben, sind wir verpflichtet, gegen Rassisten und Faschisten, egal in welchem Gewand dieses Gesindel heute daher kommt, entschieden entgegen zu treten“.