„Ja Genosse, Zeit ist es“

„Ja Genosse, Zeit ist es“ hat er geschrieben

(Pablo Neruda in seinen letzten Gedichten)

aber ich war müde und habe das Komma nicht richtig gesehen und habe gelesen: „Genosse Zeit“.

„Ist diese Zeit mein Genosse?“ habe ich mich gefragt, „bloß weil sie mich manchmal einen Zeitgenossen nennen?“

„Nein, diese Zeit ist nicht mein Genosse“, habe ich beschlossen, „solange sie sich nicht – verdammt nochmal – gründlich ändert!“

Dann sah ich das Komma, freute mich und schlief ein.

Erich Fried: „Nächtliche Lektüre“

Dieser Tage!

Bertolt Brecht – Der Pass

„Der Pass ist das edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht auf so einfache Weise zustande wie ein Mensch. Ein Menschen kann überall zustande kommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Pass niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während der Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.“

Aus „Flüchlingsgespräche“ – geschrieben 1940

Dies ist denjenigen gewidmet, die nur „geduldet“ in unserem Land wohnen, die ohne Papiere untergetaucht sind, denjenigen, die an den Grenzen abgewiesen werden oder auf dem Meer elendiglich umkommen. So wollen es die Herrschenden. Ihnen aber gehört unsere Verbundenheit!

Wir über uns!

Die Partei von Karl Marx und Friedrich Engels war bis 1914 die SPD. Sie war revolutionär, wollte den Sozialismus. Dann stimmten ihre Reichstagsabge-ordneten für den Krieg, mit dem Kaiser-Deutschland die Welt erobern wollte. Millionen von Menschen, Arbeiter, die sich vorher von der SPD vertreten fühlten, die sich vorher gelobten, gemeinsam einen Krieg verhindern zu wollen, kamen im mörderischen Gemetzel auf den Schlachtfeldern um. Eine neue, eine Antikriegs-, eine revolutionäre Partei musste her. So gründete sich 1919 die KPD.

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