Kai Degenhardt – Lieder gegen den rechten Aufmarsch – von damals und von dieser Zeit

Über 80 Besucherinnen und Besuchen kamen zu unserem Konzert am 17. Dezember nach Gleis 3 in den Südpark. Veranstalter waren die Partei Die Linke Solingen und die DKP Solingen. Kai stellte eigene Lieder vor und solche seines Vater Franz-Josef. Allesamt von heftiger und beklemmender Aktualität, sei es gegen Kriege damals und heute, gegen Ungerechtigkeit, gegen Reaktionäre, Rassisten und Faschisten aller Art. Und nicht zu überhören die Botschaft vom Optimismus, dass doch Fortschritte zu erkämpfen sind, wenn nur das Ziel einer friedlichen und gerechten Gesellschaft, in der sich der Mensch als Mensch emanzipieren kann, nicht aufgegeben wird. So hat das Konzert Mut gemacht, für diese Ziel unaufhörlich zu sein.

So hat wohl gepasst, dass Tags zuvor vor dem Amtsgericht Leverkusen der Sprecher der VVN-BdA Solingen wegen Beleidigung eines AfDler verurteilt wurde. Denn Günter Bischoff konnte aktuell den Sachverhalt darstellen und erklären, dass niemand sich einschüchtern lassen sollte und nicht nachlassen, gegen Rassismus und Menschenverachtung aktiv zu sein. Oder zu werden. Rassismus und Faschismus sei nur durch das gemeinsame Handeln vieler, unbeschadet der jeweiligen Herkunft und Ansichten, zurückzudrängen. Und dass müsse das vorrangige Ziel sein: Die Pest des Rassismus zu stoppen.

Ein gelungener Abend. Ein Beleg, dass linke Kultur möglich ist. Und notwendig!

Danke Kai.

Danke an alle, die mitgeholfen haben.

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Würdig den „Tag der Deutschen Einheit“ gestaltet

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Mehrere hundert Menschen setzten auch dieses Jahr am „Tag der Deutschen Einheit“  in Kalkar am Niederrhein erneut ein deutliches Zeichen gegen die NATO-Kommandozentrale in der Seydlitz-Kaserne, am Rand des  Städtchens Kalkar gelegen. Auf bunten und phantasievollen Schildern und Plakaten protestierten die Teilnehmer gegen die Kriege in der Welt, gegen die Beteiligung der Bundeswehr daran, gegen deutsche Waffenexporte, gegen die fortschreitende Militarisierung und Verrohung der Politik.

Felix Oekentorp, Landessprecher der DFG-VK in NRW, erinnerte an Oberst  Georg Klein, der am 4. September 2009 auf Zivilisten schließen ließ – und später zum Brigadegeneral befördert wurde. Nicht alle „gefallenen“ deutschen Soldaten seien durch Gegner (oder durch die eigene Truppe) zu Tode gekommen. Der Redner erinnerte an die 22 Bundeswehrsoldaten, die das Kriegs- und Militärgeschehen nicht mehr ertragen konnten und sich selbst umbrachten. Für alle Opfer dieses sinnlosen  Sterbens und im Mitgefühl für ihre trauernden Angehörigen wurde ein Kranz vor der Kaserne abgelegt.

Andreas Zumach, Journalist und Buchautor,  zeigte auf, dass aktuelle Kriege und Konflikte noch nicht das Ende von Strategie und Taktik, von Waffenentwicklung und Massenvernichtung, von asymmetrischer Kriegführung und Drohneneinsatz bedeuten. Formen eines «moderneren Krieges» ertüftelt das Joint Air Power Competence Centre (JAPCC) – ebenfalls in Kalkar.

Werner Steinecke (69), 1. Vorsitzender des Kunstvereins Emmerich, warnte vor einer weiteren militärischen und politischen Eskalation, die häufig durch Desinformation vorbereitet werde. Die Bundeswehr verfüge über eine lange Erfahrung, denn schon im Kalten Krieg versuchte sie, die Soldaten der NVA in der DDR mit Flugblättern zu «berieseln». Der vorherrschende Westwind diente als Helfer.

Passend dazu die Musik, vorgetragen von der Band «Fresh Game» aus Duisburg, die die Aktionen in Kalkar seit Anbeginn begleitet. Mit im Repertoire: Hannes Waders «Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen, so wie sie es mit uns heute immer noch tun.»

Fotos: redpicture

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